DExchange
Europa hat Erasmus. Deutschland hat nichts. Während internationaler Austausch strukturell gefördert und selbstverständlich ist, bleibt ein Semester an einer anderen deutschen Hochschule erstaunlich kompliziert. Sechzehn verschiedene Landeshochschulgesetze, uneinheitliche Anerkennungsverfahren und fehlende standardisierte Prozesse schaffen Hürden, die es innerhalb eines Landes nicht geben sollte. DExchange ist unsere Antwort: ein niedrigschwelliges, standardisiertes innerdeutsches Austauschprogramm, das Mobilität im Inland genauso einfach macht wie ein Auslandssemester.
Warum gibt es kein deutsches Erasmus?
Institutionelle Trägheit
Sechzehn Bundesländer, sechzehn Hochschulgesetze. Bestehende Strukturen bevorzugen internationale Wege und lassen innerdeutsche Mobilität unerschlossen.
Hohe Transaktionskosten
Informationslücken, komplexe Learning Agreements und die Angst, dass Leistungen nicht anerkannt werden, erzeugen an jeder Stelle Reibung.
Ungleicher Zugang
Ohne die Sichtbarkeit und das Prestige internationaler Programme trifft fehlende Inlandsmobilität vor allem Studierende aus nicht-akademischen oder einkommensschwächeren Haushalten.
Was wir erforschen
Unsere Forschung steht an der Schnittstelle zwischen studentischer Nachfrage und institutionellem Angebot. Unsere zentrale Frage lautet:
Wie unterscheiden sich die wahrgenommenen Barrieren innerdeutscher Studierendenmobilität zwischen Studierenden und Institutionen — und wie kann ein standardisiertes Programm diese Lücke schließen?
Unser Ansatz: Duale Interviews
Weil Barrieren auf beiden Seiten der Gleichung existieren, befragen wir zwei Gruppen parallel:
| Nachfrageseite — Studierende | Angebotsseite — Institutionen |
| Individuelle Entscheidungsfindung, wahrgenommene Kosten, Erwartungen. Diverse Stichprobe über sozioökonomische Hintergründe, Geschlecht und bisherige Mobilitätserfahrung. | Institutionelle Logik, strukturelle Hürden, Kosten-Nutzen-Perspektiven. Hochschulverwaltung, politische Entscheidungsträger und bestehende Austauschkoordinatoren. |
Semistrukturierte qualitative Interviews, KI-gestützte Transkription und vergleichende Analyse ermöglichen es uns, die Diskrepanzen zwischen studentischen Bedürfnissen und institutionellen Realitäten präzise zu identifizieren.
Wo stehen wir?

Wir befinden uns derzeit in der Datenerhebungsphase und führen Interviews mit Hochschulverwaltungen, Austauschkoordinatoren und Studierenden an deutschen Universitäten. Die nächsten Meilensteine:
- Institutionelle Interviews — Gespräche mit Universitäten, Politik und Austauschprogrammen
- Studierenden-Interviews — Diverse qualitative Stichprobe über verschiedene Hintergründe
Sollten sie Interesse haben oder in dem Bereich tätig sein, melden Sie sich gerne unter dexchange@ja.tum.de.
Informations Poster
Das Team

Marlene Hackmann (B.Sc. Informatik), Laura Kälberer (M.Sc. Biologie), Jean-Pasqual Sindermann (M.Sc. Informatik), Justus Pansch (B.Sc. Informatik)

Supervisor
Prof. Dr. Daniel Pittich
Professur für Technikdidaktik
Tutor
Marius Prock
B. Sc. Mathematics
Kontakt
Ihr möchtet mitmachen oder habt Interesse — als Studierende, Koordinator oder Hochschulpartner? Wir freuen uns über eine Nachricht: dexchange@ja.tum.de.